Magen, Darm & Verdauung
© Rudzhan Nagiev / iStock by Getty Images

Hilfe gegen Sodbrennen

Saures Aufstoßen, ein brennendes Gefühl im Oberbauch, das oft bis in den Hals ausstrahlt – Sodbrennen ist unangenehm und kann schmerzhaft sein. Wir zeigen, was gegen die Beschwerden hilft.

Saures Aufstoßen und Sodbrennen, etwa nach einem üppigen Essen, ist ganz normal und keine Seltenheit. Etwa ein Viertel der Bevölkerung leidet gelegentlich unter derartigen Beschwerden. Auslöser ist saurer Mageninhalt, der in die Speiseröhre zurückgelangt.

Ist das Verdauungsorgan nach einer reichhaltigen Mahlzeit stark gedehnt, kann sich der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, die Cardia, öffnen und Luft und Mageninhalt nach oben austreten. Der aggressive Magensaft reizt dann die Schleimhaut der Speiseröhre. Gelegentliches Sodbrennen ist harmlos, weil der Mageninhalt meist nur kurz mit der Schleimhaut der Speiseröhre in Berührung kommt.

Schwangere leiden häufig unter Sodbrennen

Treten die Beschwerden allerdings regelmäßig und häufiger auf, sprechen Mediziner von der sogenannten gastroösophagealen Refluxkrankheit, kurz GERD genannt. (Reflux beutetet auf Lateinisch „Rückfluss“, GERD ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „gastroesophageal reflux disease“.)

Etwa 15 bis 20 Prozent der Menschen in den westlichen Industrieländern sind davon betroffen. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Eine ungesunde Lebensweise mit fettreichen Speisen, Hektik, Stress sowie Risikofaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum und Übergewicht spielen eine große Rolle. Aber auch andere Ursachen wie etwa ein Zwerchfellbruch, bestimmte Medikamente (z.B. Blutdrucksenker, Schlafmittel) und eine Schwäche des Schließmuskels am Mageneingang kommen infrage.

Häufig leiden außerdem Frauen während der Schwangerschaft unter Sodbrennen. Das liegt am erhöhten Druck, der durch den wachsenden Fötus auf dem Magen lastet. Tritte und Bewegungen des Ungeborenen können diesen Effekt verstärken. Hinzu kommen bei ihnen hormonelle Veränderungen, die einen Reflux begünstigen.

Medikamente lindern die Beschwerden

Die Refluxkrankheit ist weniger harmlos als nur gelegentliches Sodbrennen. Denn wirken die aggressiven Magensäfte häufiger und länger auf die Speiseröhre ein, kann das zu Entzündungen führen, zu Geschwüren, Vernarbungen und Verengungen, die mit Schluckbeschwerden einhergehen. Schlimmstenfalls kann es zu einer chronischen Umbildung der Speiseröhrenschleimhaut kommen – der sogenannte Barrett-Ösophagus ist eine Vorstufe zu Speiseröhrenkrebs.

Wer unter der Refluxkrankheit leidet, sollte daher zuallererst versuchen, seine Lebensweise entsprechend umzustellen. Hektisches Essen, Fast Food sowie scharfe Gewürze, sehr saure und fettreiche Lebensmittel sollten vermieden werden, Risikofaktoren wie Übergewicht, Alkoholkonsum und Rauchen angegangen und so weit möglich abgestellt werden.

Darüber hinaus können eine Reihe von Medikamenten die Beschwerden lindern. Rezeptfreie Antazida können zum Beispiel die überschüssige Säure neutralisieren. Sogenannte Protonenpumpenhemmer dagegen hemmen die Produktion von Magensäure. Welches Mittel infrage kommt, besprechen Betroffene am besten mit ihrem Hausarzt oder ihrer Hausärztin. In Ihrer gesund leben-Apotheke erhalten Sie außerdem schonende Kautabletten, die rein physikalisch wirken und sich daher auch besonders gut bei Sodbrennen während der Schwangerschaft eignen.

Beim Zerkauen entsteht im Mund eine Art Gel-Komplex, der sich nach dem Herunterschlucken als Schutzfilm auf die gereizte Schleimhaut der Speiseröhre legt. So ist diese vor der aufsteigenden Magensäure geschützt.

3 Tipps gegen Sodbrennen

  • Essen Sie mehrere kleine Portionen am Tag anstatt wenige große. Das beugt erhöhtem Druck im Magen durch zu viel Nahrung vor.
  • Lagern Sie den Oberkörper beim Schlafen etwas höher. Und möglichst nicht auf dem Rücken oder der rechten Seite liegen, das begünstigt den Rückfluss von Magensäure.
  • Trinken Sie viel, am besten Wasser ohne Kohlensäure. Regen Sie den Speichelfluss durch Kaugummikauen an.

Immer auf dem Laufenden bleiben – melden Sie sich an.

    Loading...