Aromatherapie – Heilende Düfte
Lavendel, Zitrone, Rosmarin … Düfte können uns in Sekunden in eine andere Stimmung versetzen. Die Aromatherapie macht sich genau das zunutze: Ätherische Öle, gewonnen aus Pflanzen, sollen Körper und Seele unterstützen und sogar Beschwerden und Krankheiten lindern. Was manche als Esoterik abtun, findet längst Anwendung bei Heilpraktikern und Therapeuten, in Kliniken und in der Pflege.
Düfte haben in der Pflanzenheilkunde eine jahrtausendealte Tradition. Schon die alten Ägypter verwendeten ätherische Öle zu Heilzwecken. In Mesopotamien, im heutigen Vorderasien, fanden Archäologen sogar ein Destilliergerät zur Herstellung von Essenzen, das 5000 Jahre alt sein soll. Den Begriff „Aromatherapie“ prägte um 1920 allerdings erst der französische Chemiker und Parfümeur René-Maurice Gattefossé, der die therapeutischen Anwendungen von ätherischen Ölen näher untersuchte. Doch was genau steckt hinter der Aromatherapie? Wie können Düfte bzw. ätherische Öle, die aus Pflanzenbestandteilen extrahiert werden, in unserem Körper wirken?
Wie Gerüche unsere Gefühlswelt beeinflussen, kennen wir alle aus eigener Erfahrung: Manche empfinden wir als angenehm oder erotisierend, andere als abstoßend oder sogar ekelerregend. Und mit einigen verbinden wir ganz bestimmte Erinnerungen. Düfte sind fest in unserem Gedächtnis verankert.
Gelangen Aromen bzw. die Inhaltsstoffe von ätherischen Ölen durch das Einatmen über die Schleimhäute der Nase in unseren Körper, landen die Geruchsbotschaften direkt im limbischen System des Gehirns, das u. a. als Zentrum unserer Emotionen gilt. Dort werden sie mit Gefühlen sozusagen gekoppelt. Intensiv riechende ätherische Öle können uns so zum Beispiel beruhigen und entspannen. Auch das vegetative Nervensystem, das Körperfunktionen wie Blutdruck oder Atmung unabhängig von unserem Bewusstsein reguliert, wird von Düften beeinflusst. Wer kennt etwa nicht den plötzlichen Appetit beim Duft von frisch gebackenem Kuchen?
All das macht sich die Aromatherapie zunutze, um das körperliche und seelische Wohlbefinden auf sanfte Weise positiv zu beeinflussen. Hinzu kommen noch weitere heilende Eigenschaften von ätherischen Ölen. So können sie je nach Inhaltsstoffen zum Beispiel auch antiseptisch, entzündungshemmend oder immunstimulierend wirken.
Zur Anwendung für die Aromatherapie sollten ätherische Öle zu 100 % rein sein. Produkte wie „Duftöl“ oder „Aromamischung“ sind oft synthetisch hergestellt und nicht naturrein. Achten Sie beim Kauf auch auf den botanischen Namen, z. B. „Lavandula angustifolia“ für Echten Lavendel. Es gibt auch andere Sorten wie „Lavandula latifolia“, die jedoch eine andere Wirkung haben.
Die genauen Wirkmechanismen der Aromatherapie lassen sich wissenschaftlich oft nur schwer belegen, was u. a. auch daran liegt, dass in ätherischen Ölen mehr als 500 verschiedene Substanzen enthalten sein können, deren Effekte sich nur schwer trennen lassen. Viele positive Wirkungen beruhen auf Erfahrungswerten, solide Studien gibt es nur wenige. In vielen medizinischen Bereichen mehren sich jedoch die Hinweise, dass ätherische Öle bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden tatsächlich helfen können, dazu gehören zum Beispiel:
Pfefferminzöl
Bei kaum einem ätherischen Öl ist die Wirkung besser belegt. So hilft Pfefferminzöl bei Spannungskopfschmerzen ähnlich gut wie Paracetamol oder ASS. Medizinische Fachgesellschaften empfehlen, 10%iges Pfefferminzöl bei akuten Schmerzattacken großflächig auf Stirn und Schläfen aufzutragen. Der kühlende Effekt und die entkrampfende Wirkung machen Pfefferminze zu einem echten Notfallhelfer im Alltag.
Lavendelöl
Mehrere Studien belegen, dass Echter Lavendel eine beruhigende, angstlösende, stimmungsaufhellende und zentral dämpfende Wirkung besitzt und zum Beispiel bei Angststörungen und Schlaflosigkeit helfen kann. So reduziert etwa der Inhaltsstoff Linalool die Erregbarkeit bestimmter Nervenzellen im Gehirn. Diese schütten weniger Botenstoffe wie Glutamat oder Noradrenalin aus, die bei Ängsten für Erregung und Anspannung sorgen.
Ylang-Ylang-Öl
Das süßlich duftende ätherische Öl des ursprünglich aus Südostasien stammenden Baumes hat nachweislich einen leicht blutdrucksenkenden Effekt, indem es die Ausschüttung bestimmter Hormone beeinflusst. Dazu gehört zum Beispiel Serotonin, das für die Spannung und Entspannung der Blutgefäße verantwortlich ist. Ylang-Ylang-Öl regt außerdem die Produktion des „Glückshormons“ Endorphin an und hebt somit die Stimmung.
Rosmarinöl
Der immergrüne Strauch aus dem Mittelmeerraum verströmt nicht nur einen herrlichen Urlaubsduft und wird gerne in der Küche verwendet, sondern wird seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze genutzt, etwa bei Magen-Darm-Beschwerden. Die ätherischen Öle regen außerdem die Durchblutung an und können Muskelverspannungen lindern. Studien deuten darauf hin, dass sich Rosmarinöl auch positiv auf die Haargesundheit auswirkt.
Wichtig zu wissen: Bei ernsten Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen oder starkem Bluthochdruck kann die Aromatherapie allenfalls eine Ergänzung sein, zur alleinigen Behandlung ist sie nicht geeignet! Betroffene sollten in diesen Fällen unbedingt mit ihrem Arzt sprechen. Ätherische Öle gelten zudem zwar generell als gut verträglich, können aber auch Nebenwirkungen haben, etwa allergische Reaktionen. Lassen Sie sich in Ihrer gesund leben-Apotheke zur richtigen Anwendung beraten!
Erfrischendes Körper- und Kopfhautspray
Zutaten
- 100 ml Hamameliswasser
- 20 Tropfen Rosmarin Campher
Zubereitung & Anwendung:
Die ätherischen Öle direkt in das Pflanzenwasser tropfen. Spray vor der Anwendung gut schütteln. Über dem Kopf vernebeln (Augen schließen!) oder auf die Haut sprühen und sanft einmassieren.
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