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Serie Dr. med Natur: Ringelblume

Schon unsere Vorfahren setzten mit ihrem Erfahrungswissen auf die Kräfte von Heilpflanzen. Längst ist ihre Wirkung in vielen Fällen wissenschaftlich belegt. Ob als Tee, Kapseln oder Salben: Die bewährten Wirkstoffe erhalten Sie in geprüfter Qualität in Ihrer Apotheke. In dieser Ausgabe: die Ringelblume.

Herkunft

Die Heimat der Wildpflanze ist vermutlich der Mittelmeerraum, von wo aus sich die Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) über ganz Europa verbreitete. Sie gedeiht besonders gut an sonnigen, mäßig feuchten Standorten, ist robust und anspruchslos und gehört zu den ältesten kultivierten Zier- und Heilpflanzen. Es gibt weitere Calendula-Arten, die heute noch als Wildpflanze gedeihen, darunter die seltene Acker-Ringelblume (Calendula arvensis).

Botanik

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine einjährige Pflanze, die eine Höhe von 30 bis 60 Zentimetern erreicht. In Bauerngärten ist sie wegen ihrer leuchtend gelben bis orangefarbenen Blüten beliebt, die sich morgens bei Sonnenaufgang öffnen und am Abend wieder schließen.

Die Ringelblume wird daher manchmal auch „Sonnenwendblume“ genannt. Ihren Namen verdankt die Pflanze aber den sichelförmig gebogenen Samen, die an kleine Ringe erinnern. Die Blütezeit reicht von Juni bis in den späten Herbst hinein. Tipp: Ringelblumen sind essbar, die farbenfrohen Blüten schmücken zum Beispiel sommerliche Salate!

Geschichte

Schon in der Volksmedizin des Mittelalters war die Ringelblume als Heilpflanze bekannt. Im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen „Ringula“ in ihrer Klostermedizin bei Vergiftungen durch üble Speisen. Auch in späteren „Circa instans“-Fassungen, dem großen Werk der Arzneidrogenkunde, wird Calendula erwähnt. Albertus Magnus, der berühmte deutsche Gelehrte und Bischof, schrieb im 13. Jahrhundert: „Zerrieben hilft sie beim Biss giftiger Tiere, wenn man sie auf die Wunde legt. Ihr Saft hilft bei Verstopfungen der Milz und der Leber.“

Verwendete Pflanzenteile

Medizinisch genutzt werden vor allem die Blüten der Ringelblume, ohne den Blütenboden. Geerntet werden sie während der Hauptblütezeit, wenn die Blüten vollständig geöffnet sind und kein Tau mehr zwischen den zarten Blättern steckt. Anschließend werden sie schonend getrocknet, damit die Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Dazu zählen neben geringen Mengen ätherischer Öle vor allem wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Carotinoide und Triterpenoide, denen zahlreiche gesundheitsfördernde und heilende Eigenschaften zugeschrieben werden.

Wirkung

Wissenschaftlich nachgewiesen ist vor allem die entzündungshemmende und wundheilungsfördernde Wirkung der Ringelblume. Calendulaextrakt regt die Bildung neuer Hautzellen an und unterstützt so die Heilung bei kleinen Wunden, Schürfungen, leichten Verbrennungen und entzündeter Haut. Auch bei Ekzemen, rissigen Händen, Sonnenbrand oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird die Ringelblume eingesetzt. Darüber hinaus gibt es Hinweise darauf, dass die Inhaltsstoffe der Ringelblume auch Bakterien, Viren und Pilze abtöten und das Immunsystem unterstützen.

In der klösterlichen Kräuterheilkunde und Volksmedizin findet die Ringelblume auch innerlich Anwendung, etwa bei leichten Magen-Darm-Beschwerden, Magengeschwüren, Gallebeschwerden, Leberschwäche, Verstopfung  und Menstruationsproblemen. Auf das Nervensystem soll die Ringelblume beruhigend wirken.

Darreichungsformen

Am bekanntesten ist die klassische Ringelblumensalbe, die in Apotheken in geprüfter Qualität erhältlich ist. Daneben gibt es Tinkturen, Ölauszüge, Cremes, Badezusätze und getrocknete Ringelblumenblüten. Aus Letzteren lässt sich zur innerlichen Anwendung ein Tee zubereiten, äußerlich eignen sich Aufgüsse zum Beispiel für Umschläge und Mundspülungen. Tee immer frisch zubereiten, um eine Keimbelastung zu vermeiden!

Wichtig: Wer eine Allergie gegen Korbblütler hat, sollte Ringelblumenblüten nicht anwenden! Das gilt ebenso für Schwangere, Stillende und Kinder.

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