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Sexualität und Verhütung
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Risiko Geschlechtskrankheiten

Tripper, Chlamydien, Humane Papillomviren … Sexuell übertragbare Erkrankungen nehmen seit einigen Jahren europaweit stark zu. Besonders häufig infizieren sich junge Erwachsene – mitunter mit ernsten Folgen für die Gesundheit.

Das Risiko, sich beim Sex mit einer Geschlechtskrankheit anzustecken, wird offenbar zunehmend unterschätzt, besonders von jüngeren Menschen. Das jedenfalls geht aus den jüngsten Zahlen der Europäischen Gesundheitsagentur ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) hervor. Danach steigt die Zahl von sogenannten STIs (Sexually Transmitted Infections, übersetzt: sexuell übertragbaren Infektionen) in Europa seit einigen Jahren deutlich. So verzeichnet das ECDC allein für Gonorrhoe, besser bekannt als Tripper, seit 2014 einen Anstieg von über 300 Prozent! Auch Infektionen mit Chlamydien, der häufigsten bakteriellen STI in der EU, sind mit 230.000 gemeldeten Fällen im Jahr 2023 weiter auf dem Vormarsch.

Die Gründe für die alarmierenden Zahlen erklären Experten unter anderem mit einem zunehmend veränderten sexuellen Risikoverhalten. So sei etwa die Anzahl der Sexualpartner gestiegen, und beim Geschlechtsverkehr werde außerdem immer häufiger auf Kondome verzichtet.

Wenngleich die meisten sexuell übertragbaren Infektionen mittlerweile gut behandelt werden können und heilbar sind, sollten sie keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden. Denn neben Schmerzen, etwa beim Wasserlassen, und unangenehmem Juckreiz im Intimbereich können schlimmstenfalls ernsthafte gesundheitliche Folgen drohen. Diese reichen von Unfruchtbarkeit bis hin zu Krebserkrankungen.

Geschlechtskrankheiten haben meist wenig mit mangelnder Hygiene zu tun. Wie bei anderen Infektionskrankheiten – etwa einer Grippe – kann man sich auch mit Bakterien und Viren anstecken, die eine STI hervorrufen. Ein Überblick über häufige Erkrankungen:

Chlamydien

Die Bakterieninfektion wird vor allem bei ungeschütztem Sex über die Schleimhäute übertragen, auch oral. Anzeichen können Schmerzen beim Wasserlassen, ungewöhnlicher Ausfluss oder Juckreiz an Scheide, Penis oder Po sein. Oft ist eine Infektion aber mit keinen oder nur leichten Symptomen verbunden. Unbehandelt gilt die Erkrankung als häufige Ursache für Unfruchtbarkeit, bei Männern kann es zu chronischen Entzündungen von Nebenhoden und Prostata kommen. Frauen bis einschließlich 24 Jahre können einmal jährlich einen Chlamydien-Früherkennungstest machen. Die Erkrankung ist mit Antibiotika gut behandelbar.

Gonorrhoe (Tripper)

Tripper verursacht ähnliche Symptome und wird ebenfalls durch den Kontakt mit infizierten Schleimhäuten weitergegeben. Während Frauen oft kaum Beschwerden haben, äußert sich die Erkrankung bei Männern meist durch einen eitrigen Ausfluss aus der Harnröhre.

Auch Gonorrhoe kann zu Unfruchtbarkeit führen, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Zudem steigt das Risiko, sich mit HIV (AIDS) anzustecken. Betroffen sind oft homosexuelle Männer. Mit speziellen STI-Tests lässt sich eine Infektion nachweisen, bei Verdacht auf Gonorrhoe werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

HPV

Mit Humanen Papillomviren (HPV), von denen es über 230 Typen gibt, steckt sich fast jeder sexuell aktive Mensch mindestens einmal im Leben an. Infektionen verlaufen meist ohne Beschwerden und heilen mit der Zeit von selbst aus. Harmlosere Virustypen können Feigwarzen verursachen (Genitalwarzen). Die stecknadelkopfgroßen Knötchen an Scheide, Penis oder Anus sind mitunter unangenehm und schmerzhaft, aber in der Regel ungefährlich. Nicht ausgeheilte HPV-Infektionen mit sogenannten Hochrisiko-Typen bergen jedoch die Gefahr, dass daraus über Jahre Krebs entsteht, vor allem am Gebärmutterhals. Gegen HPV gibt es eine wirksame Impfung, die vor dem ersten Sex durchgeführt werden sollte.

Herpes genitalis

Ähnlich wie Lippenherpes verursacht auch Genitalherpes kribbelnde bis schmerzhafte Bläschen, nur eben im Genitalbereich. Auch Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen können bei Schüben auftreten. Genitalherpes ist weit verbreitet, schätzungsweise 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind mit der sexuell übertragbaren Erkrankung infiziert. Die Herpesviren sind in der Regel harmlos, verbleiben aber ein Leben lang im Körper. Mögliche Folgen können Infektionen mit Hefepilzen oder eine Blasenstörung sein. Bei akuten Schüben helfen Tabletten mit virushemmenden Wirkstoffen.

Hepatitis B und C

Im Unterschied zu Hepatitis A, das meist über verunreinigte Lebensmittel übertragen wird, werden Hepatitis B und C über Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen, nicht selten beim ungeschützten Sex. Schon kleinste, oft unbemerkte Verletzungen der Schleimhäute reichen aus. Beide Virusinfektionen können mit Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtem Fieber, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Meist treten Symptome erst Wochen oder Monate nach der Ansteckung auf. Hepatitis B und C können schlimmstenfalls zu schweren Leberschäden bis hin zu Krebs führen. Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung.

Safer Sex

Kondome gehören zu den wirksamsten Mitteln, sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen. Für Frauen bieten Femidome, die in die Scheide eingeführt werden, eine selbstbestimmte Möglichkeit. Sogenannte Lecktücher bzw. Oraltücher aus hauchdünnem Latex senken beim Oralverkehr das Ansteckungsrisiko. Erhältlich sind sie in Ihrer gesund leben-Apotheke. Gegen einige sexuell übertragbare Krankheiten gibt es auch Impfungen.

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