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Zähne und Mundgesundheit
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Gesund im Mund

Eine gute Zahngesundheit beugt nicht nur Karies und Parodontitis vor. Immer mehr Studien deuten darauf hin, dass eine saubere Mundhygiene auch das Risiko für Krebserkrankungen senken kann.

Sie nehmen Krebsprävention in Ihrem Alltag ernst? Prima, dann rauchen Sie vermutlich nicht (oder nicht mehr), ernähren sich vorwiegend gesund und sind regelmäßig körperlich aktiv. Doch haben Sie beim Thema Krebsvorsorge auch schon mal an die Mundhygiene gedacht? Dieser Zusammenhang ist noch nahezu unbekannt. Dabei gilt die Mundhöhle inzwischen immer mehr nicht nur als Indikator der Zahngesundheit, sondern auch als Hinweisgeber, wie es um den allgemeinen Gesundheitszustand bestellt ist.

Dass Zahnfleischerkrankungen auch das Herz-Kreislauf-System belasten können, ist bekannt. Neue wissenschaftliche Untersuchungen legen nun nahe, dass eine unzureichende Mundhygiene sogar ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten darstellen kann. Hintergrund: In unserem Mund tummeln sich Hunderte verschiedenster Bakterienstämme, meist sind sie harmloser Natur, viele sind auch nützlich, andere eher schädlich.

Problematisch wird es erst, wenn die Zähne über einen längeren Zeitraum nicht gründlich gereinigt werden. Dann kann sich das sogenannte Mundmikrobiom verschieben, schädliche Keime nehmen Überhand, gute Keime werden verdrängt. Mit ernsthaften Folgen: Es entstehen Zahnbeläge, Karies, Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und chronische Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis).

Bei allen Entzündungsprozessen fallen im Zellstoffwechsel Abfallprodukte wie freie Radikale oder entzündliche Botenstoffe an. Zudem läuft eine Inflammation, egal an welcher Stelle im Körper, nicht isoliert ab; über die Blutbahn gelangen Entzündungsstoffe und bakterielle Stoffwechselprodukte aus der Mundhöhle in den gesamten Organismus. Forschende vermuten daher, dass just solche Entzündungen auch eine Rolle bei der Krebsgenese spielen.

Gestörtes Mundmikrobiom

So kommt eine aktuelle Übersichtsarbeit, die enorm große internationale Public-Health-Daten (etwa aus Ländern wie England und China) verwendete und jüngst in „Springer Nature“ publiziert wurde, zu dem Schluss, dass zwischen schlechter Mundhygiene, Störungen des oralen Mikrobioms und verschiedenen Krebsarten ein Zusammenhang besteht. Besonders auffällig ist dies bei Tumoren der oberen Atemwege sowie bei Organen des gesamten Verdauungstrakts, sprich Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre sowie Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse.

Auch eine große europäische Studie konnte eine Verbindung zwischen unregelmäßigen Zahnarztbesuchen, unzureichender Mundhygiene und einem erhöhten Krebsrisiko nachweisen, und das sogar unabhängig von anderen bekannten Risikofaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum.

Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich nicht, dass eine nachlässige Zahnpflege automatisch Krebs verursacht. Krebs entsteht immer durch ein Zusammenspiel vieler Faktoren. Aber: Die Mundgesundheit scheint durchaus ein Baustein zu sein, der das individuelle Risiko beeinflussen kann.

Und das lässt sich durchaus auch positiv sehen, wenn ein gesunder Mund mehr ist als eine Frage schöner Zähne. Er trägt zum Wohlbefinden des gesamten Körpers bei und könnte eine deutlich wichtigere Rolle in der Krebsprävention spielen als lange angenommen wurde. Fazit: Eine gute Mundhygiene reduziert Entzündungen und kann damit auch das Krebsrisiko senken. Wer täglich einige Minuten in die Zahnpflege investiert, tut folglich nicht nur seinen Zähnen etwas Gutes – sondern auch seiner Gesundheit insgesamt.

Einfach gepflegt

Eine optimale Mundhygiene ist nicht schwer, sie berücksichtigt folgende Punkte:

  • Zweimal täglich die Zähne gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen.
  • Zahnzwischenräume nicht vergessen! Mindestens einmal am Tag mit passenden Interdentalbürsten reinigen; optional Zahnseide benutzen.
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche inklusive professioneller Zahnreinigung (mit Tipps für die richtige Größe der Zwischenraumbürsten)
  • Wenig Zucker, Alkohol nur in Maßen und Nikotinverzicht.

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