Endlich gesünder essen
Täglich frisches Obst und Gemüse essen, mehr Vollkornprodukte statt Weißbrot, dafür weniger Zucker, Fast Food und Fertiggerichte … Wie wir uns gesünder ernähren können, ist gemeinhin bekannt. Nur vom Wissen zum Tun ist es manchmal nicht so einfach. Diese fünf Tricks und Trends können helfen.
1. Nudging – kleine Stupser mit großer Wirkung
„Nudging“, das eigene Verhalten durch kleine Veränderungen der Umgebung sanft in eine andere Richtung zu stupsen – ohne Verbote und Druck. Der Ansatz stammt aus der Verhaltenspsychologie und wird häufig in der Gemeinschaftsverpflegung angewendet, funktioniert aber auch zu Hause erstaunlich gut, um ein gesünderes Essverhalten zu fördern.
Stellen Sie z. B. Wasserkaraffen mit Zitronenscheiben und Kräutern sichtbar auf den Tisch. Schneiden Sie Gemüse nach dem Einkauf in leckere Sticks und stellen Sie sie griffbereit in den Kühlschrank. Platzieren Sie frisches Obst appetitlich in einer schönen Schale. Gleichzeitig wandern Chips und Süßes in hohe und schwerer zugängliche Schränke. Auch Geschirr wirkt: Kleine Teller lassen Portionen größer erscheinen. So trifft man gesündere Entscheidungen fast automatisch.
2. Mikroziel-Setting – kleine Schritte bringen mehr
Viele scheitern nicht an mangelnder Motivation, sondern an zu großen Plänen. Mikroziel-Setting bedeutet: Ziele so klein machen, dass sie fast lächerlich einfach wirken. Anstatt „Ich ernähre mich ab sofort gesünder“ könnte das Miniziel lauten: „Ich esse jeden Tag eine Portion Rohkostgemüse“ oder „Ich trinke vor dem Kaffee ein Glas Wasser.“ Kleine Ziele bauen Erfolgserlebnisse auf, und diese Erfolge addieren sich zu echten Veränderungen. Das Gehirn liebt schnelle Belohnungen – und genau das liefern Mikroziele. Schritt für Schritt entsteht so eine Routine, die bleibt.
3. Trigger verstehen – Essgewohnheiten entlarven
Oft sind es gar nicht der Hunger oder der Appetit, sondern ganz andere Auslöser, die uns zum Essen greifen lassen: Stress, Langeweile, Kummer oder auch der Fernsehabend auf dem Sofa. Schokolade, Chips und Fast Food stehen bei emotionalem Essen hoch im Kurs, denn sie sind nicht nur schnelle Energiespender, sondern aktivieren auch unser Belohnungszentrum im Gehirn. Botenstoffe wie das Glückshormon Dopamin werden ausgeschüttet.
Ein Ernährungstagebuch, in dem Stimmung und Essverhalten notiert werden, kann helfen, seine typischen Trigger zu erkennen. Und schon lässt sich gezielt an den Stellschrauben drehen: Machen Sie stattdessen einen kleinen Spaziergang oder trinken Sie ein Glas Wasser. Auch kleine Gymnastik-Übungen, einfache Entspannungstechniken wie die Fünf-Finger-Atmung oder das Schnuppern an einem Duftöl können z. B. Stress abbauen und so den Jieper auf Schokolade verhindern.
Und wenn es doch mal Chips & Co. sein müssen: Essen Sie nie direkt aus der Tüte bzw. Verpackung. Wir naschen automatisch weniger, wenn Portionen in kleine Schüsseln umgefüllt werden.
4. Nutrient Sequencing – die Reihenfolge macht’s!
Gegen Heißhungerattacken könnte auch das sogenannte Nutrient Sequencing, auf Deutsch etwa „Reihenfolge der Nährstoffaufnahme“, helfen. Bei dem Ernährungsansatz geht es nicht nur darum, was wir essen, sondern in welcher Reihenfolge wir Lebensmittel zu uns nehmen. Das kann laut Forschern der renommierten Weill Cornell Medicine in New York nämlich erheblichen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Konkret: Wer Mahlzeiten mit Gemüse und Eiweiß (z. B. Fleisch) startet und erst danach Kohlenhydrate isst (Nudeln, Brot, Kartoffeln), kann seine Blutzuckerwerte um bis zu 46 Prozent senken – und damit länger satt bleiben und Heißhungerattacken vorbeugen. Der Grund: Proteine, Fette und Ballaststoffe verlangsamen die Magenentleerung und verzögern die Aufnahme von Zucker ins Blut.
5. Meal Prep – gesünder essen und dabei Zeit sparen
„Meal Prep“ oder auch „Meal Preparation“ heißt so viel wie „Vorbereitung von Essen“ und ist eine der entspanntesten Methoden, sich gesünder zu ernähren. Konkret geht es darum, die Mahlzeiten für mehrere Tage vorzukochen und zu portionieren. Das bietet gleich mehrere Vorteile: Die Planung erleichtert es nicht nur, gesunde und ausgewogene Gerichte zusammenzustellen, sondern spart auch noch Zeit und Geld, weil man nicht jeden Tag einkaufen und kochen muss (besonders hilfreich für Berufstätige) und zudem auch weniger Lebensmittel im Müll landen. Und: Der schnelle Griff zur Tiefkühlpizza erübrigt sich. Leckere Eintöpfe, Reis- und Nudelgerichte oder bunte Bowls lassen sich wunderbar vorbereiten und schmecken am nächsten Tag mitunter sogar noch besser.
Gut zu wissen
Ernährungsberatung von der Krankenkasse
Als präventive Gesundheitsvorsorge sind Ernährungskurse bei vielen Krankenkassen anerkannt und werden bezuschusst. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse nach entsprechenden Angeboten. Ein grundsätzlicher Anspruch auf eine Beratung besteht bei Krankheiten, die durch die Ernährung verursacht wurden oder bei denen eine Ernährungsumstellung sinnvoll ist, etwa bei Diabetes oder Stoffwechselstörungen.
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