Knack die Nuss!
Wal- und Haselnüsse sind jetzt wieder überall frisch geerntet zu haben und gehören zu Weihnachten zum bunten Teller wie der Schoko-Weihnachtsmann. Gut so, denn ob Halsnuss, Mandel, Walnuss oder Macadamia – Nüsse stecken voller gesunder Nährstoffe und sind ein echtes Power-Food.
Wussten Sie, dass man aus Bucheckern in Notzeiten einst Kaffeeersatz wie Muckefuck hergestellt hat? Dass Erdnüsse aus botanischer Sicht gar keine Nüsse sind, sondern Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen? Oder dass die Haselnuss früher als Symbol der Fruchtbarkeit, Liebe und Sexualität galt? Die alte Redewendung „in die Haseln gehen“ meint ein heimliches Stelldichein und spielt auf vorehelichen Sex an. Die naturkundige Universalgelehrte Hildegard von Bingen bezeichnete die Hasel im Mittelalter gar als „ein Sinnbild der Wollust“, für Heilzwecke gänzlich untauglich.
Um Nüsse ranken sich viele spannende Geschichten. Heute sind die Schließfrüchte ein beliebter Knabbersnack und als Nervennahrung bekannt. Vor allem sind sie aber ein gesundes Power-Food, denn Nüsse liefern unserem Körper viele wertvolle Nährstoffe.
Nüsse liefern reichlich Eiweiß
Nüsse sind reich an wertvollem pflanzlichen Eiweiß. Die Proteine gehören zu den wichtigsten Nährstoffen, sie unterstützen unter anderem den Aufbau von Muskeln und Knochen, sorgen für den Transport von Sauerstoff im Blut und für die Bildung von Hormonen und Antikörpern, die unser Immunsystem braucht. Auch für die Herzgesundheit ist eine ausgewogene Proteinzufuhr unverzichtbar. Weil wir unseren Bedarf zum großen Teil über tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milch oder Käse decken, sind Nüsse für Vegetarier und Veganer eine wichtige Eiweißquelle. Besonders eiweißreich sind Mandeln, Erdnüsse und Pistazien.
Nüsse sind reich an gesunden Fetten
In den knackigen Kraftpaketen stecken außerdem wertvolle Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind, sowie reichlich ungesättigte Fettsäuren, die als „gute Fette“ gelten und bei vielen Stoffwechselprozessen im Körper eine bedeutende Rolle spielen. Sie sind unter anderem wichtig für die Vitaminaufnahme im Körper und sorgen für einen ausgewogenen Cholesterinspiegel. Als besonders wertvoll gelten Omega-3-Fettsäuren, die unsere Abwehr stärken, entzündungshemmend wirken und uns vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen können. Weil unser Körper diese Fette nicht selbst herstellen kann, müssen sie über die Ernährung aufgenommen werden. Neben fettem Seefisch wie Hering oder Zuchtlachs sind vor allem Walnüsse reich an Omega-3-Fettsäuren. Schon 15 Gramm können reichen, um den Tagesbedarf zu decken.
Machen Nüsse dick?
Jein, Nüsse enthalten zwar generell jede Menge Fett, in Macadamianüssen stecken mit über 700 Kalorien (kcal) pro 100 Gramm zum Beispiel so viel „Dickmacher“ wie in purer Butter. Dennoch schlagen Nüsse – in Maßen genossen – nicht auf die Figur. Denn die Schließfrüchte machen durch ihren hohen Gehalt an Eiweiß und Ballaststoffen schnell satt und das Fett in den Nüssen kann vom Körper auch nicht so gut aufgenommen werden. Studien zeigen zudem, dass Nüsse den Blutzuckerspiegel auf positive Weise regulieren und so Heißhungerattacken verhindern – und sogar das Risiko für Typ-2-Diabetes senken können. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, jeden Tag etwa eine Handvoll Nüsse oder Samen (ca. 25 g) zu essen.
Viele Vitamine und Mineralstoffe
Und Stichwort Vitamine: Auch die liefern Nüsse reichlich, vor allem Vitamin E, das den Körper vor gesundheitsschädlichen freien Radikalen schützt, sowie B-Vitamine wie Folsäure, Niacin und Biotin. Besonders viel Vitamin E steckt übrigens in Haselnüssen und Mandeln. Und nicht zuletzt versorgen uns Nüsse mit vielen wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Magnesium und Eisen sowie mit gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen, allen voran sogenannte Polyphenole. Sie wirken unter anderem blutdrucksenkend und können das Wachstum von Bakterien und Krankheitserregern hemmen. Besonders reich an diesen Stoffen sind Pekan- und Walnüsse.
Am wertvollsten für die Gesundheit sind Nüsse übrigens ungesalzen, da zu vielSalz Bluthochdruck begünstigen kann. Auch beim Rösten gehen einige wertvolle Inhaltsstoffe verloren.
Nüsse in der Naturheilkunde
Auch wenn Hildegard von Bingen nicht viel von der Haselnuss hielt, wird sie schon seit vielen Jahrhunderten in der Volksmedizin als vielseitiges Heilmittel verwendet. Die Blütenkätzchen gelten als schweißtreibendes und fiebersenkendes Erkältungsmittel. Die Blätter nutzt man aufgrund ihrer Gerbstoffe zum Gurgeln bei Entzündungen in Mund und Rachen. Früher wurden sie auch bei Bronchitis eingesetzt.
Auch der Echten Walnuss werden diese heilende Wirkungen zugeschrieben. Traditionell werden Walnussblätter äußerlich auch bei leichten Hautentzündungen und bei übermäßigem Schwitzen, vor allem an Händen und Füßen, empfohlen.
Gut zu wissen!
Nussallergie & mehr
Nüsse bergen für manche Menschen eine hohe Allergiegefahr. Schon kleinste Mengen können zu Halskratzen, Juckreiz und Atemnot bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie einem allergischen Schock führen. Als besonders allergen gelten Hasel-, Wal- und Erdnüsse. Eine mögliche Nussallergie kann durch Blut- und Hauttests ärztlich festgestellt werden.
Nüsse am besten kühl, dunkel und trocken lagern. Denn aufgrund ihres hohen Fettgehalts können sie schnell ranzig werden und schimmeln. Das Schimmelpilzgift Aflatoxin gilt als krebsauslösend. Paranüsse sind von Natur aus radioaktiv, weshalb man nicht mehr als 1 bis 2 der Nüsse pro Tag essen sollte. Kinder, Schwangere und stillende Mütter sollten sie laut Bundesamt für Strahlenschutz besser ganz meiden.
Bittermandeln niemals roh essen! Sie enthalten den Inhaltsstoff Amygdalin, der im Körper zu gesundheitsschädlicher Blausäure umgewandelt wird. Schon fünf rohe Bittermandeln können für Kinder tödlich sein! Durch Erhitzen, wie beim Backen oder Kochen, wird die Blausäure zerstört.
Immer auf dem Laufenden bleiben – melden Sie sich an.