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Wundheilung: Tipps zur Narbenpflege

Tiefere Verletzungen der Haut hinterlassen Narben. Sie können jucken oder spannen und sind für viele ein ästhetischer Makel. Mit der richtigen Pflege lässt sich der Heilungsprozess jedoch unterstützen.

Der Schnitt in den Finger beim Gemüseschnippeln, die Platzwunde am Knie oder die Naht nach einer Operation: Werden bei kleineren oder größeren Wunden tiefere Hautschichten verletzt, bleiben Narben zurück. Denn um die Wunde zu verschließen, bildet unser Körper als Teil des Heilungsprozesses eine Art Ersatzgewebe. Dieses besteht hauptsächlich aus Kollagen und unterscheidet sich von gesunder Haut. Narbengewebe kann die ursprünglichen Hautstrukturen nicht vollständig ersetzen, ist oft unflexibel und hart und manchmal auch wulstig oder eingesunken.

Bei einer gestörten Wundheilung können Narben nicht selten mit einem Spannungsgefühl und mitunter sogar Bewegungseinschränkungen verbunden sein. Auch ein Juckreiz oder Gefühlsstörungen können auftreten. Wie sich Narben entwickeln, hängt unter anderem auch von der genetischen Veranlagung ab.

Nach der Wundheilung

Nachdem die Wunde vollständig verschlossen ist, erscheinen frische Narben anfangs noch gerötet. Mit der Zeit werden sie jedoch blasser, da ihnen Hautpigmente und Blutgefäße fehlen. Es kann mehrere Monate bis hin zu zwei Jahren dauern, bis die Wundheilung endgültig abgeschlossen ist. In dieser Zeit sollten Narben gut gepflegt und behandelt werden. Denn dadurch lässt sich nicht nur das Risiko für spätere Beschwerden verringern, das neue Gewebe wird meist auch weicher, flexibler und erscheint weniger auffällig. Je früher man mit der Narbenpflege beginnt, desto besser ist in der Regel das Ergebnis. Wichtig zunächst:

  • Zug und Spannung vermeiden. Das behindert den Heilungsprozess. Besonders bei größeren Narben, etwa nach einer Operation, sollten Sie sich nur behutsam bewegen. Schützen Sie die Narbe zudem vor scheuernder Kleidung.
  • Keine Sonne an die Narbe lassen. Narbengewebe fehlt der natürliche Schutz vor UV-Strahlung. Das erhöht die Gefahr von Verfärbungen und Gewebeschäden.
  • Regelmäßig massieren. Sanfte Massagen mit kreisenden Bewegungen fördern die Durchblutung und unterstützen den Heilungsprozess. Die Narbe wird weicher, glatter und spannt weniger.

Auch Hausmittel wie Johanniskrautöl, Olivenöl oder Kokosöl zur sanften Massage oder Umschläge mit Kamille können bei der Pflege helfen und Narben geschmeidig halten. Mit einer ausgewogenen Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sorgen Sie zudem dafür, dass die Haut mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Spezielle Pflegeprodukte

In Ihrer gesund leben-Apotheke erhalten Sie außerdem spezielle Narbencremes, -salben, -gele oder auch Pflaster zur Narbenpflege. Eine feuchte Wundversorgung sorgt für eine glattere und gleichmäßigere Narbe. Bewährt haben sich beispielsweise Wirkstoffe wie Silikon, Allantoin oder Dexpanthenol. Hierdurch kann sich auch noch das Erscheinungsbild von bereits älteren, aber noch immer leicht geröteten Narben verbessern. Narbencremes oder -gele sollten regelmäßig, mindestens zweimal täglich angewendet werden.

Und dann heißt es: Geduld haben. Denn sichtbare Verbesserungen brauchen ihre Zeit.

Ärztliche Narbenkorrektur

Pathologische, also krankhafte Narben wie Keloide oder hypertrophe Narben (starke Wulstbildung) fallen häufig besonders stark auf und können Beschwerden verursachen. Hier kann eine medizinische Behandlung infrage kommen. Zur Narbenkorrektur gibt es verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise die chirurgische Narbenkorrektur oder Verfahren wie Laserbehandlung, Strahlentherapie, Dermabrasion (Hautabschleifung der Oberhaut) oder Kryotherapie (Vereisung mit flüssigem Stickstoff).

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